Flight-Insight



Israels Luftstreitkräfte feiern

ihren 60. Geburtstag



Hatzerim lädt zu einer spektakulären Leistungsschau

(PH/AK) Eine der modernsten Luftwaffen der Welt in ständiger Einsatzbereitschaft nennt Israel sein Eigen: die Heyl Ha'avir. Verglichen mit der heutigen High-Tech der israelischen Luft- und Raumstreitkräfte waren ihre Anfänge eher abenteuerlich. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. So startete die Sherut Ha'avir, eine Flugabteilung, am 10. November 1947 von der paramilitärischen Untergrundorganisation Hagana ins Leben gerufen, mit nur zwei deHavilland Tiger Moth. Unter strenger Geheimhaltung kamen die verschiedensten, meist zivilen Flugzeugtypen auf verschlungenen Pfaden nach Palästina. Zwei Tage nach der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 wurde aus der Sherut Ha'avir die Heyl Ha'avir, die sich allerdings erst am 28. Mai nach Gründung der offiziellen Streitkräfte als Luftwaffe des jungen Landes präsentierte. Die ersten, in der Tschechoslowakei gekauften Jäger mussten - getarnt als Landwirtschaftsgerät - eingeschmuggelt werden, dabei handelte es sich um Maschinen vom Typ Avia S-199 auf Basis der Messerschmitt Bf 109. Sie sorgten für eine Wende im Unabhängigkeitskrieg: Die Ägypter standen schon 32 Kilometer vor Tel Aviv, als vier Avias die Truppen an der Brücke beim heutigen Ashdod angriffen. Derart überrascht vom Vorhandensein der Kampfflugzeuge traten sie den Rückzug an. Seitdem haben die Luftstreitkräfte in Israel hohe Priorität.
Dementsprechend groß war der Andrang auf dem Fliegerhorst Hatzerim bei Beersheba anlässlich der Graduierung des aktuellen Flugschülerlehrgangs sowie des Jubiläums "60 Jahre israelische Luftstreitkräfte". Hier zeigten die Männer und Frauen der Heyl Ha'avir im Juni 2008 eine außergewöhnliche Leistungsdemonstration für geladene Gäste. Der hohe Stellenwert der Streitkraft wird noch durch den Besuch von Verteidigungsminister Ehud Barak und Staatspräsident Schimon Perez untermauert, die an der Verleihung der Pilotenschwingen an die rund 50 neuen Besatzungsmitglieder teilnahmen. Bei der Vorführung auf dem Fliegerhorst in Hatzerim/Beersheba zeigten die Israelis fast ihr gesamtes Typenarsenal.
Die neueste Errungenschaft, die Lockheed Martin F-16I, wird in Israel "Sufa" (Sturm) genannt. Im Februar 2004 landeten die ersten von insgesamt 102 bestellten Exemplaren in Ramon, wobei die letzte von vier Staffeln erst im Sommer 2008 mit dem neuen Muster aufgestellt wurde. Beeindruckend: Insgesamt besitzt Israel mit 362 Fighting Falcons die größte F-16-Flotte außerhalb der USA. Dahinter rangiert mit rund 90 Jets in verschiedenen Versionen die F-15 Eagle. Das Flaggschiff bildet die für Luftangriffe optimierte F-15I "Ra'am" (Donner), von der man aufgrund des hohen Stückpreises nur 25 Maschinen gekauft hatte. Sie fliegen seit Januar 1998 bei der Hammer-Staffel in Hatzerim. Sowohl F-15I als auch F-16I sind ausschließlich Doppelsitzer, da die Heyl Ha'avir zum Einsatz von Präzisionswaffen Zwei-Mann-Besatzungen bevorzugt.





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